Herz-Kreislauf-Training

Was schützt besser vor Herzinfarkt ?

Bewegungstherapie ist eines der wichtigsten "Verhütungsmittel" gegen den Herzinfarkt, ein Mittel, daß praktisch jedem Patienten kostenlos und immer erreichbar zur Verfügung steht. Dennoch fragen sich viele Herzpatienten nach wie vor: Wie soll ich mich sportlich betätigen, wieviel Training ist nützlich, wann wird es schädlich oder gefährlich, oder einfach ausgedrückt: "Schonen oder Schinden" oder "Erfrischen oder Erschöpfen".

Eine Arbeitsgruppe der Harvard Universität in Boston hat eine Analyse genau dieser Frage bei den 73000 Teilnehmerinnen der "Nurses' Health Study", einer großen Gesundheitskontrolle von Krankenschwestern, veröffentlicht. Die Krankenschwestern waren zu Beginn der Studie zwischen 40 und 65 Jahre alt und hatten damals keine Herz-Kreislauf-Krankheiten. In den folgenden 8 Jahren wurden wiederholt Fragebögen zum Bewegungs- und Sportverhalten an die Teilnehmerinnen verschickt und alle Herzinfarkte oder Herztodesfälle genau erfasst.

Wie erwartet, hatten die Krankenschwestern, die ein regelmässiges Bewegungstraining durchführten, deutlich weniger Herzerkrankungen, und zwar war das Herzrisiko je nach Häufigkeit des Bewegungstrainings um 20, 35, 44 und sogar bis zu 54% geringer. Auch die Teilnehmerinnen, die erst später mit regelmässiger Bewegung anfingen, konnten ihr Risiko noch deutlich senken!

Beim Vergleich zwischen (strammen) Spaziergängen und "Erschöpfungssport" fand sich bezüglich der Risikominderung kein Unterschied, wenn die insgesamt verbrauchte Energie gleich war.

Quelle: New Engl J Med 1999;341:650-8. August 1999



Joggen oder Wandern? Dem Herz ist das (fast) egal

Wenn man durch Bewegung 1000 kcal pro Woche verbraucht, spielt es dann eine Rolle, ob man dafür rennt oder nur schnell geht?

Aus kardiovaskulärer Sicht macht es offenbar keinen großen Unterschied, wie eine Langzeit-Studie mit 43647 Probanden ergeben hat.

Diejenigen, die bei hoher Belastungsintensität trainierten, hatten nur ein geringfügig geringeres Risiko für Herztod, Herzinfarkt oder Schlaganfall als Studienteilnehmer, die sich nur mäßig belasteten. Entscheidend war vielmehr der Energieverbrauch insgesamt:
je höher, desto geringer die Gefahr von kardiovaskulären Komplikationen.
Damit widersprechen die Studienergebnisse auch Befürchtungen, dass es einen Umkehrpunkt gibt und extreme körperliche Belastungen wie etwa Marathonläufe dem Herz Schaden zufügen.
Für den Praxisalltag ergeben sich aus der Studie zwei Botschaften:

1. Man muss nicht unbedingt versuchen, aus Stubenhockern Sportskanonen zu machen. Es lohnt sich schon, wenn man solche Patienten zu ausgedehnten Spaziergängen motivieren kann.
2. Patienten, die bereits sportlich aktiv sind, können Sie ermuntern, ihre Aktivitäten noch auszudehnen, weil sie dadurch die positiven kardiovaskuläre Effekte weiter steigern.


Quelle: MMW Fortschr Med 2010; 152(11): 6;

Originalstudie: Chomistek AK et l. EPI/PNAM, 3. März 2010, San Francisco/CA, Abstract 2


Fazit: Herzwirksame Bewegungstherapie muß nicht erschöpfen, selbst straffes Spazierengehen reicht aus. Das Risiko sinkt deutlich, vor allem, wenn das maßvolle Training regelmäßig und häufig durchgeführt wird.

Unser Herz-Kreislauf-Training beschränkt sich derzeit auf spezielle Nordic-Walking-Kurse, die wir ärztlich begleiten! Tipps zur richtigen Ernährung kommen nicht zu kurz und werden individuell vermittelt.
Der Kurs wird von unserer Physiotherapeutin und unserer Diätassistentin durchgeführt und geleitet.
Bei Interesse dürfen Sie sich jederzeit an uns wenden!

Der nächste Kurs ist bereits ausgebucht. Wir informieren Sie frühzeitig an dieser Stelle über neue Kurse!


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Erstellt: 14.05.2005
Geändert: 16.11.2012
Überprüft: 05.02.2017

 
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