Hautkrebs-Vorsorge

Hautkrebs-Vorsorge

In den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung des Hautkrebses in der Bevölkerung zugenommen. Die Hauptursache der seit den 70er-Jahren steigenden Hautkrebsneuerkrankungen ist in einem veränderten Freizeitverhalten und der damit einhergehenden zunehmenden UV-Belastung zu sehen.


Das Hautkrebs-Screening ist Teil eines groß angelegten Programms. Es entspricht festgelegten und überprüfbaren Qualitätsstandards: Die durchführenden Ärzte wenden nicht nur eine standardisierte Untersuchungsmethode an, sondern dokumentieren auch ihre Untersuchungsergebnisse. Somit lässt sich das Screening objektiv überprüfen.

Im Hautkrebs-Screening wird gezielt nach den drei Hautkrebserkrankungen Basalzellkrebs, spinozelluläres Karzinom und malignes Melanom gesucht.

Ziel des Screenings ist es, die Heilungschancen zu erhöhen, die Lebensqualität zu verbessern sowie die Zahl der Hautkrebserkrankungen zu verringern.

Früh erkannt ist Hautkrebs zu nahezu 100 Prozent heilbar. Je mehr Personen am Hautkrebs-Screening teilnehmen, desto mehr bösartige Veränderungen der Haut können früh entdeckt werden.


Wie läuft das Screening ab?

Zuerst erkundigen wir uns nach Ihrem jetzigen gesundheitlichen Zustand und Ihren Vorerkrankungen. Außerdem stellen wir Risikofaktoren fest.
Dann folgt die Untersuchung der ganzen Haut. Hierfür legen Sie Ihre Kleidung ab. Wir sehen uns Ihre Haut von der Kopfhaut bis zu den Fußsohlen genau an. Nur so kann man auffällige Hautveränderungen erkennen. Dafür benötigt man zunächst keine Instrumente, sondern nur eine helle Lampe und ein geschultes Auge.
Darüber hinaus geben wir Ihnen wertvolle Tipps für den richtigen Umgang mit der Sonne.
Die Kosten für das Screening übernehmen die Krankenkassen. Genauso wie für andere gesetzliche Krebs-Früherkennungsuntersuchungen wird über die Chip-Karte abgerechnet.


Warum sollte ich mich untersuchen lassen?

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 140 000 Menschen neu an Hautkrebs. Es ist die häufigste Krebserkrankung.
Hautkrebs kann man sowohl sehr gut erkennen als auch – im Frühstadium – gut behandeln. Durch Früherkennung lässt sich die Schwere der Erkrankung mindern. Hautkrebs tritt oft in gut sichtbaren Bereichen wie dem Gesicht auf. Eine frühe Entdeckung und Behandlung ist wichtig, um Auffälligkeiten oder sogar Entstellungen zuvorzukommen.
Lassen Sie sich deshalb alle zwei Jahre vom Arzt untersuchen!

Wann kann ich am Screening teilnehmen?

Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, haben Sie ab 35 alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung.

Was erwartet mich bei der Untersuchung?

Der Arzt erkundigt sich zunächst nach Ihrem Gesundheitszustand und möglichen Vorerkrankungen. Danach erfolgt die Ganzkörperuntersuchung.
Hautkrebs kann am ganzen Körper auftreten und nicht nur an Körperstellen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind. Deshalb wird Ihre Haut vom Scheitel bis zur Sohle überprüft. Dafür müssen Sie sich komplett entkleiden. Denn nur so kann der Arzt mögliche Auffälligkeiten erkennen.
Abschließend klärt er Sie über Ihre persönlichen Risikofaktoren auf und gibt Ihnen Tipps für Ihre Hautgesundheit.
Das Hautkrebs-Screening ist eine schonende Krebsfrüherkennungsuntersuchung, die vollkommen ohne apparative Hilfsmittel auskommt. Es tut nicht weh, die Haut vom Arzt ansehen zu lassen.

Wie kann ich mich vorbereiten?

Da Hautkrebs auch unter den Nägeln entstehen kann, entfernen Sie vor dem Screening Nagellack von Finger- und Zehennägeln.
Auch Körperschmuck wie Ohrstecker oder Piercings können dem Arzt das Erkennen kleiner Veränderungen erschweren.
Verzichten Sie außerdem auf Make-up: Vor allem der „helle Hautkrebs“ ist mit Make-up kaum zu entdecken.
Da der Arzt Ihre Kopfhaut genau untersucht, sollten Sie auch auf aufwendige Frisuren (kein Gel, Haarspray, keine Zöpfe) verzichten.
Planen Sie für die gesamte Untersuchung etwa eine Viertelstunde ein.

Zu welchem Arzt kann ich gehen?

Sie haben die Wahl: Gehen Sie entweder zum Hausarzt oder Hautarzt. Wichtig ist, dass er für das Hautkrebs-Screening zertifiziert ist.

Muss ich für das Screening bezahlen?

Nein, wie bei allen anderen gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten.
Eventuell bietet Ihnen Ihr Arzt an, als kostenpflichtige Zusatzleistung ein Auflichtmikroskop („Dermatoskop“) zu verwenden. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Durchführung des Hautkrebs-Screenings ohne Auflichtmikroskop beschlossen. Trotzdem steht es jedem Arzt frei, ein Dermatoskop zu nutzen. Ob das Auflichtmikroskop Teil des Screenings wird, muss noch wissenschaftlich überprüft werden.
Die Auflichtmikroskopie ersetzt nicht die eventuell notwendige feingewebliche Untersuchung (Histologie). Nur diese erbringt letztlich den Beweis, ob eine verdächtige Hautstelle ein Hautkrebs ist.

Was geschieht, wenn mein Hausarzt etwas findet?

Sollte Ihr Hausarzt eine Auffälligkeit an Ihrer Haut feststellen, überweist er Sie zur Abklärung an einen Hautarzt (Dermatologen). Auch durch diese präventive Überweisung entstehen für Sie keine Kosten.

Was geschieht, wenn sich der Verdacht bestätigt?

Ein Verdacht auf Hautkrebs bedeutet noch nicht, dass Sie wirklich erkrankt sind. Wenn der Dermatologe die betreffende Hautstelle auch für abklärungsbedürftig hält, entnimmt er eine Probe (Biopsie).
Dies ist dann nicht mehr Teil des Hautkrebs-Screenings und Sie müssen die Praxisgebühr bezahlen. Jedoch müssen Sie nichts weiter zuzahlen. Ihr Arzt rechnet die Biopsie mit Ihrer Krankenkasse ab.
Erst die feingewebliche Untersuchung im Labor (Histologie) gibt Aufschluss, ob es sich tatsächlich um Krebszellen handelt.
Wenn Ihr Arzt Entwarnung gibt und Sie keinen Hautkrebs haben, können und sollten Sie zwei Jahre danach wieder zum Screening gehen.

www.hautkrebs-screening.de


Erstellt: 01.03.2008
Überprüft: 07.02.2021

 
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